Nuklearmedizin: Wie kann Strahlung grün werden?

Elena Torres Guillén

Die Nuklearmedizin, die für die Diagnose von Krankheiten wie Krebs unverzichtbar ist, lernt, nachhaltig zu werden. Traditionell war der Umgang mit radioaktiven Substanzen aufgrund ihrer Gefährlichkeit und kurzen Halbwertszeit eine Herausforderung, aber eine neue Strategie des „Kreislauf Managements" verändert die Spielregeln. Dank besserer Planung und Recycling von Geräten gelingt es Krankenhäusern, ihren radioaktiven Abfall zu reduzieren, ohne die Gesundheit der Patienten zu gefährden, und damit zu zeigen, dass selbst hochtechnologische Nukleartechnologie umweltfreundlich sein kann.

Um die Herausforderung zu verstehen, muss man sich vorstellen, dass die in der Nuklearmedizin verwendeten Medikamente wie frische Produkte sind, die innerhalb weniger Stunden verderben. Diese Substanzen, sogenannte Radiopharmaka, verlieren sehr schnell ihre Wirksamkeit (ihre Radioaktivität). Um nicht zu wenig zu haben, bestellten Krankenhäuser bisher in der Regel mehr Material als nötig. Das Ergebnis: Eine beträchtliche Menge teurer und empfindlicher Substanzen wurde vor ihrer Verwendung weggeworfen und wurde zu Abfall, der unter strengen Sicherheitsvorkehrungen gelagert werden musste.

Bei dem neuen nachhaltigen Ansatz geht es nicht nur darum, „aufzuräumen”, sondern gar nicht erst zu verschmutzen. Das sind die Schlüssel:

Intelligente Terminplaner: Krankenhäuser verwenden jetzt Computerprogramme, die die genau benötigte Dosis entsprechend dem Termin des Patienten berechnen. Wenn der Patient um 11:00 Uhr kommt, bereitet die Apotheke nur das für diesen Zeitpunkt Notwendige vor, sodass kein Material übrig bleibt, das später entsorgt werden muss.

Die Rückgabe von Verpackungen: Ein Großteil der Nukleartechnologie wird in sehr schweren Bleikisten und -behältern geliefert. Das aktuelle Modell fördert, dass Unternehmen diese „Verpackungen” zur Wiederverwendung abholen, anstatt dass das Krankenhaus sie als Industrieabfall entsorgen muss.

Jeden Tropfen nutzen: Es werden Systeme eingeführt, um Rückstände von Substanzen, die zuvor entsorgt wurden, zurückzugewinnen, sodass sie für Forschungszwecke oder andere medizinische Verfahren verwendet werden können.

Diese Frage stellen sich viele. Die Experten sind sich einig: Nachhaltigkeit in der Nuklearmedizin bedeutet niemals, bei der Sicherheit zu „sparen”. Tatsächlich bedeutet ein effizienteres Management in der Regel weniger Umgang mit gefährlichen Stoffen und damit weniger Risiken für das medizinische Personal und die Umwelt.Das Gleichgewicht ist der Schlüssel. Indem nur das Nötigste verwendet wird, spart das Krankenhaus Geld, die Umwelt wird weniger belastet und der Patient erhält weiterhin die gleiche Diagnosequalität.

Das ultimative Ziel ist es, dass die Nuklearmedizin nicht mehr als „Wegwerfindustrie” angesehen wird. Mit der Einführung neuer Materialien, die leichter zu entsorgen sind, und einer nahezu perfekten Logistik zeigen Krankenhäuser, dass die Fürsorge für Menschen und die Sorge um den Planeten Hand in Hand gehen können, selbst wenn man mit Atomen arbeitet.

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