Dicke Luft in der Generalversammlung

Sophie Schniepkoweit

Wenn jemand versucht, dem anderen die Redezeit zu verkürzen, spitz sich die Lage zu. Beinahe wäre dies heute für Albanien der Fall gewesen. In der Generalversammlung herrschte, noch vor der ersten Rede Albaniens, dicke Luft. Schon zuvor kündigte der Irak an, eine Verkürzung der Redezeit Albaniens zu beantragen. Positiv für Albanien: dieser Antrag wurde abgelehnt. 

Mit 51 Stimmen gegen die Verkürzung des Redebeitrags und 43 dafür, wurde schon von Anfang an die Schlucht zwischen den Delegierten sichtbar. 

Ende gut alles gut, ist sicherlich keine Beschreibung für den weiteren Verlauf dieser Versammlung. Amnesty international plädierte bei ihrer Gastrede für mehr Schutz der Menschenrechte und Informationsfreiheit. Dennoch schien Amnesty nichts weiter am Thema Schutz von Whistleblowern zu liegen, nach ihrer Gastrede verließen sie ohne weiteren Kommentar den Plenarsaal. Auf Nachfrage für die Gründe des wortkargen Abtretens sagte Amnesty: ,,Wir haben uns schon zum Thema Schutz von Whistleblowern positioniert. Wir haben eine Rede im Gremium gehalten. Und damit ist genug getan.‘‘ Die Frage ist reicht die Präsenz von 22 Minuten aus? 

Albanien folgt mit unverkürzter Redezeit und betont die Relevanz vom Schutz der Whistelblower*innen. ,,Die Redezeitverkürzung dient einfach nur dazu hier Zensur zu betreiben.‘‘ sagt die albanische Delegation zum Antrag von Irak. Ein turbulenter Einstieg, der bereits jetzt von großen Meinungsunterschieden zeugt.

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