Angeregte Debatten und gutes Arbeitsklima - eine Bilanz des ersten Sitzungstages
Johanna von Kirchbach
Ein lautes Stimmengewirr empfing mich, als ich den Sitzungsraum des Umweltrats betrat. Um mich herum: verschiedene Arbeitsgruppen und Regionalräte, die ihre informelle Pause nutzten, um sich angeregt auszutauschen. DIe Uhr zeigte ein sich nahendes Ende der informellen Sitzung an, weshalb ich mich kurzfristig dazu entschloss, die verbleibende Zeit effektiv zu nutzen, um mir einen Überblick der allgemeinen Stimmung zu machen.
“Bisher hält sich die Stimmung noch im Rahmen. Der Anreiz zur Aufheizung der Debatte ist aber definitiv da.”, hörte ich von einer Delegierten des Gremiums. “Das Klima ist sehr zerstritten, aber alle sind gut gelaunt.”, erzählte mir ein anderer Delegierter. Auf meine Frage wie sich das Diskussionsklima gestalte, waren die Antwortenden alle einer Meinung: Hitzig aber freundlich.
Dem kann ich vollstens zustimmen, auch ich empfand das Diskussionsklima im Laufe der weiteren Sitzung als hitzig, dennoch als sehr konstruktiv und stets regelkonform. Besonders hervorzuheben gilt es hierbei den Delegierten der Vereinigten Staaten, der mit seiner MAGA-Kopfbedeckung und rhetorischen Spielchen die Debatte anfachen und bereichern konnte.
Im selben Gremium gefragt, was denn das bisherige Highlight gewesen sei, war die Antwort ebenfalls relativ eindeutig. Die Debatte an sich sei der Höhepunkt des bisherigen Sitzungstages - was natürlich auch wünschenswert ist, da diese ja mehr oder weniger den ganzen Tag ausfüllt.
Im Sicherheitsrat, wo das Atomprogramm des Irans besprochen wurde, herrschte hingegen ein etwas träges Diskussionsklima - zumindest in der Zeit wo ich anwesend war. Zwar hatten Vertreter einiger Menschenrechtsorganisationen sich angekündigt, eine Gastrede zu halten, diese kamen jedoch in meiner Zeit nicht zum Zuge.
Interessante und ausformulierte Redebeiträge ließen sich auch in der Generalversammlung zum Thema “Schutz von Whistleblowern” mithören, auch hier schien die Atmosphäre sehr freundlich, jedoch auch sehr formell.
Zusammenfassend lässt sich in meinen Augen jedoch eine grundsätzlich positive Bilanz aus dem ersten Sitzungstag ziehen, die Stimmung war und bleibt hoffentlich gut und es scheint keinerlei größere Vorfälle zu geben.
Auf einen gelungenen, morgigen zweiten Sitzungstag und viel Erfolg weiterhin.